In diesem Artikel
In 30 Sekunden
- 01Ein gutes Thema interessiert Sie, ist konkret, machbar und trägt etwas Neues bei.
- 02Aktuelle Überblicksarbeiten und die Abschnitte zum weiteren Forschungsbedarf sind die beste Ideenquelle.
- 03Grenzen Sie es ein, bis Sie Ihre Frage in einem Satz zusammenfassen können.
01Was macht ein gutes Thema aus?
- Es interessiert Sie wirklich. Sie werden Monate damit verbringen; das Interesse trägt Sie, wenn die Arbeit mühsam wird.
- Es ist konkret. Nicht „Bildung“ oder „soziale Medien“, sondern ein bestimmter Aspekt, Ort, Zeitraum oder eine bestimmte Gruppe.
- Es ist machbar. Sie haben Zugang zu Quellen oder Daten, die Zeit reicht, und Sie beherrschen die nötigen Sprachen.
- Es trägt etwas bei. Ein neuer Fall, ein anderer Ansatz, eine wenig untersuchte Gruppe oder eine noch offene Frage.
02Ihr Thema in 6 Schritten finden
Beginnen Sie mit dem, was Sie schon beschäftigt
Notieren Sie Fragen, die Sie sich im Seminar, im Beruf oder beim Lesen gestellt haben. Die besten Themen entstehen meist aus eigener Neugier, nicht aus einer Liste verfügbarer Themen.
Lesen Sie aktuelle Überblicksarbeiten Ihres Fachs
Übersichtsartikel und Darstellungen des Forschungsstands der letzten Jahre fassen zusammen, was bekannt ist und was fehlt. Sie sind der schnellste Weg zum Gesamtbild.
Suchen Sie die Abschnitte zum „weiteren Forschungsbedarf“
Viele Autorinnen und Autoren beenden ihre Arbeiten mit Hinweisen darauf, was noch zu untersuchen ist. Diese letzten Seiten sind eine ausgezeichnete Quelle für Themen.
Grenzen Sie das Thema ein
Legen Sie Ort, Zeitraum, Gruppe oder Ansatz fest. Aus „soziale Medien und Jugendliche“ kann „TikTok als Informationsquelle bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe in einer bestimmten Stadt“ werden.
Prüfen Sie, ob die Frage schon beantwortet ist
Suchen Sie bei Google Scholar und in den Datenbanken Ihres Fachs mit genauen Begriffen, möglichst in mehreren Sprachen. Finden Sie viel, verwerfen Sie das Thema nicht sofort: Suchen Sie den Teil, der noch offen ist.
Formulieren Sie eine Frage und holen Sie Rat ein
Schreiben Sie eine klare Forschungsfrage und besprechen Sie sie mit Ihrer Betreuung oder einer Lehrperson des Fachs. Ein paar Minuten Gespräch können Ihnen Monate ersparen.
Originalität liegt selten im Thema. Sie liegt in der Frage, die Sie sich dazu stellen.
03Beispiel: vom allgemeinen Interesse zur Forschungsfrage
| Stufe | Formulierung |
|---|---|
| Allgemeines Interesse | Künstliche Intelligenz in der Bildung. |
| Eingegrenztes Thema | Die Nutzung von KI-Schreibassistenten an der Hochschule. |
| Präziseres Thema | Wie Psychologiestudierende im ersten Studienjahr KI-Assistenten beim Verfassen ihrer Hausarbeiten nutzen. |
| Forschungsfrage | Welche Nutzungsweisen von KI-Assistenten geben Psychologiestudierende im ersten Studienjahr beim Verfassen ihrer Hausarbeiten an, und wie bewerten ihre Lehrenden diese? |
Steht die Frage, geht es im nächsten Schritt darum, die Arbeit zu ordnen. Wie das geht, erklären wir in eine Abschlussarbeit gliedern.
04Häufige Fehler
- Ein zu breites Thema. Wenn Sie Ihre Frage nicht in einem Satz zusammenfassen können, ist sie noch nicht genug eingegrenzt.
- Ein Thema nur wählen, weil es gerade beliebt ist. Ein populäres Thema kann ausgeschöpft sein; entscheidend ist, was Sie beitragen können.
- Die Quellenlage nicht vorher prüfen. Ein brillantes Thema ohne zugängliche Daten oder Literatur wird zum Problem.
- Eine scheinbare Lücke für eine echte halten. Manchmal wirkt etwas unerforscht, weil es unter anderen Begriffen oder in einem anderen Fach untersucht wurde.
Häufige Fragen
Was Lehrkräfte am häufigsten fragen.
Woran erkenne ich, dass mein Thema zu breit ist?
Wenn Sie Ihre Frage nicht in einem Satz zusammenfassen können oder ihre Beantwortung Jahre und Mittel erfordern würde, die Sie nicht haben, ist es noch zu breit. Grenzen Sie es nach Ort, Zeitraum, Gruppe oder Ansatz ein.
Muss das Thema völlig neu sein?
Nein. Es genügt, etwas beizutragen: einen Fall in einem anderen Kontext untersuchen, einen anderen Ansatz anwenden oder neuere Daten nutzen. Die Originalität liegt meist im Blickwinkel, nicht im Thema.
Was tue ich, wenn das Thema schon erforscht ist?
Verwerfen Sie es nicht sofort. Lesen Sie, was diese Arbeiten über ihre Grenzen und den weiteren Forschungsbedarf sagen: Fast immer bleibt eine Gruppe, ein Zeitraum oder eine Methode offen.
Wann sollte ich mit meiner Betreuung sprechen?
Früh, sobald Sie zwei oder drei Optionen mit je einer vorläufigen Frage haben. Ein Thema lässt sich am Anfang leichter anpassen als nach Monaten der Arbeit.


